Die Geschichte des Sekundarschulzentrum Ägelsee

Sekundarschulkreis

Das Einzugsgebiet der Sekundarschulgemeinde Rickenbach-Wilen umfasst:

  • die beiden politischen Gemeinden Rickenbach TG und Wilen TG;
  • aufgrund einer interkantonalen Vereinbarung auch die Einwohnenden von Enge, Ober- und Unterbraunberg, Fetzhof, Kohlberg, Rütihof, Sedelhof, Stelz und Sommerau in der politischen Gemeinde Kirchberg SG sowie  
  • die Ortsteile Busswil und Littenheid der politischen Gemeinde Sirnach TG aufgrund eines Schulvertrags mit der Politischen Gemeinde Sirnach (bis 31.12.2014 Volksschulgemeinde Sirnach).

Gründung Sekundarschulgemeinde

Die Gründung der Oberstufenschulgemeinde Rickenbach geht auf das Jahr 1986 zurück und war die direkte Folge des Austritts der Primarschulen Rickenbach, Wilen und Busswil aus dem Sekundarschulkreis Sirnach am 10.3.1985. Am 1. Januar 1986 hat die neu gegründete Oberstufengemeinde Rickenbach die Sekundar- und Realschule für Busswil, Rickenbach und Wilen übernommen. Die Gründung der damaligen Oberstufengemeinde bedeutete die schulpolitische Weichenstellung für die Sekundarschule für die drei Dörfer Busswil/Littenheid, Rickenbach und Wilen.

Die Sekundarschulgemeinde Rickenbach-Wilen ist heute neben den Politischen Gemeinden Rickenbach und Wilen und den Primarschulgemeinden Rickenbach und Wilen die fünfte selbstständige Körperschaft mit eigener Steuerhoheit innerhalb des Sekundarschulkreises. Ehemalige und amtierende Mitglieder der Behörden sowie Lehrpersonen der „ersten Stunde“ haben am 29. April 2016 das 30-Jahr-Jubilärum der Sekundarschulgemeinde gefeiert und sich an den damaligen historischen Schritt in der Schulgeschichte erinnert.

Schulvertrag für Busswil/Littenheid
Im Zuge der Gründung der Volksschulgemeinde Sirnach im Jahr 2002 hat sich Busswil politisch für Sirnach entschieden, was den Weg für die Volksschulgemeinde Sirnach frei machte. In Bezug auf die Beschulung der Sekundarschülerinnen und –schüler hat sich Busswil indes weiterhin für den Ägelsee ausgesprochen.

Die damalige Oberstufenschulgemeinde Rickenbach, Busswil, Wilen hat Busswil im Jahr 2001 aus dem Sekundarschulkreis entlassen und für die Beschulung der Schülerinnen und Schüler aus Busswil/Littenheid neu einen Schulvertrag genehmigt. Dieser wurde im Jahr 2010 im gegenseitigen Einvernehmen mit Beginn auf 1.1.2011 für die Dauer von 12 Jahren neu abgeschlossen.

Entstehung des Sekundarschulzentrums Ägelsee

Bereits vor der Gründung der Oberstufengemeinde Rickenbach 1986 bestand seit 1976 in Rickenbach in den Räumlichkeiten der Primarschule Rickenbach ein Schulstandort als so genannte Zweigsekundarschule Sirnach. Ab 1986 nahm parallel zur Bevölkerungsentwicklung auch die Schülerzahl zu, was zu Raumnot, Provisorien und dem Bedürfnis nach einer neuen Lösung führte, wo Sek und Real an einem Standort zusammengefasst werden können.

Baukosten von 25 Mio. Franken
Nachdem man 1988 Land im Ägelsee kaufen und nachher mit angrenzenden Grundeigentümern Landabtäusche machen konnte, hat die Schulbürgerschaft 1991 den Kredit von brutto 25 Mio. Franken für das heutige Sekundarschulzentrum  (SSZ) Ägelsee bewilligt; zirka 13,5 Mio. flossen an Staatsbeiträgen. Nach einem grossen Einweihungsfest wurde das Sekundarschulzentrum auf 1. August 1994 bezogen; am 1.8.2014 feierten wir also das 20-Jahr-Jubiläum. Das grosse Schülerfest stand unter dem Motto: "von Schüler für Schüler."

Umbau und Erweiterung
Ein pädagogischer und infrastruktureller Entwicklungsschritt erfolgte 2015 mit dem zustimmenden Entscheid der Stimmbürgerschaft zu einem Kredit von 2,65 Mio. Franken für den Umbau des Spezialtrakts und der Erweiterung des Klassentrakts. Dieses Investitionsprojekt war die direkte Folge der Weiterentwicklung des Ägelsee-Schulmodells: Das kooperative Schulmodell mit Stamm- und Niveauklassen samt integrativer Förderung wird auf Beginn des Schuljahres 2016/17 mit dem Unterrichtsgefäss für eigenverantwortliches Lernen ergänzt. Der im Erdgeschoss des Spezialtrakts geplante grosszügige Lernraum für 45 bis 50 Arbeitsplätze bietet dafür die ideale Schulinfrastruktur, direkt neben dem Förderzentrum, der Mediathek und der Aula. Der Verwaltungs- und Lehrerbereich wird - nach einer Zwischenlösung während der Bauzeit in der ehemaligen Hauswartwohnung - auf Beginn des Schuljahres 2017/18 in den Erweiterungsbau beim Klassentrakt verlegt.

Volksschulgemeinde in der Legislatur 2013 bis 2017 kein Thema

Die Primarschulbehörden Rickenbach und Wilen sowie die Sekundarschulbehörde Rickenbach-Wilen machten sich im Jahr 2000 – parallel zur Bildung der Volksschulgemeine Sirnach - ebenfalls Zusammenschluss-Gedanken, die dann auch in einem gemeinsamen Antrag an die drei Schulbürgerschaften für die Bildung einer Volksschulgemeinde mündeten; dieser wurde indes von der Primarschulgemeinde Wilen 2002 ganz knapp abgelehnt.

Aktuell wird zwar wiederum ein Zusammenschluss zu einer Volksschulgemeinde diskutiert; die Schulbehörde hat dieses zentrale Strukturprojekt bereits seit 2010 in ihrer Entwicklungsplanung angezeigt. Dabei ging es vorderhand nicht um ein definitives Ja oder Nein zur Zusammenlegung, sondern vielmehr um die gemeinsame Erarbeitung von Entscheidungsgrundlagen.

Während sich 2013 die Primarschulgemeinde Wilen auf einen solchen Prozess eingelassen hätte, beurteilte die Primarschulbehörde Rickenbach den Zeitpunkt als verfrüht und lehnte eine Projektmitwirkung ab. Aus Sicht der Sekundarschulbehörde ist ein solches Projekt nur zielführend, wenn eine positive Grundhaltung aller drei Körperschaften erkennbar ist oder ein Anstoss von der Bürgerschaft erfolgt. Beides ist derzeit nicht der Fall. Deshalb ist es kein Schwerpunkt in der Legislaturplanung 2013 bis 2017.

Zusammenarbeit mit Politischen Gemeinden

Schulpolitik ist ein wichtiger Teil der Gemeindepolitik, weshalb wir nicht nur zwischen den Schulgemeinden, sondern auch mit den politischen Gemeinden Rickenbach und Wilen einen engen Konktakt haben und uns regelmässig austauschen. Jährliche, institutionalisierte Treffen der Behörden bieten Gelegenheit, sich über den aktuellen Stand verschiedener Projekte gegenseitig zu informieren und auszutauschen. Da viele Projekte auch Berührungspunkte mit anderen Körperschaften haben (z.B. Finanzplanung, Richtplanung, Schulwegsicherheit, Schulische Sozialarbeit, Jugendarbeit etc.), ist eine frühzeitige Information über Inhalt und Vorgehen wichtig. Dies erleichtert letztlich auch die Koordination.