Förderorientiert, transparent und kohärent

 

Die Beurteilung von Leistungen der Schülerinnen und Schüler gehört zum Tagesgeschäft der Lehrpersonen. Doch was ist eine gute Beurteilung? Die Schulleitung hat zusammen mit den Lehrpersonen Abmachungen für eine gemeinsame Beurteilungspraxis getroffen.

Die Vorstellungen von guter Beurteilung sind vielfältig und widersprüchlich zugleich. Und entsprechende Diskussionen zeigen auch, dass es sehr unterschiedliche Ansichten darüber gibt, wie eine transparente und gültige Beurteilung der Leistungen und Kompetenzen erfolgen soll. Schulleitung und Lehrpersonen haben sich 2014 intensiv darüber Gedanken gemacht, welche Leitplanken am Ägelsee für eine gute Beurteilung gelten. Funktionen der Beurteilung Die Beurteilung hat grundsätzlich drei Funktionen: sie soll den Unterricht und das Lernen steuern (formative Beurteilung), den Lernstand zusammenfassend aufzeigen (summative Beurteilung) und auch Voraussagen zur weiteren Laufbahn ermöglichen (prognostische Beurteilung). Damit steht die beurteilende Person auch im Spannungsfeld zwischen Förderung und Selektion. Ganz entscheidend ist daher, dass sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Eltern über das geltende Beurteilungsverfahren informiert sind und die Beurteilung nachvollziehen können. Evaluation Beurteilungspraxis Ausgangspunkt des Entwicklungsprojekts war eine interne Evaluation der heutigen Beurteilungspraxis anhand der Qualitätsmerkmale. Dabei wurde festgestellt, dass in den drei Qualitätsbereichen Förderorientierung, Transparenz und Kohärenz Entwicklungsbedarf in unterschiedlichem Ausmass besteht. In den anderen Qualitätsbereichen konnte demgegenüber bereits eine einheitliche Praxis festgestellt werden. Förderorientierung Die Steuerung und Optimierung des Lernprozesses ist das wichtigste Anliegen der Beurteilung, weshalb der formativen Beurteilung eine hohe Bedeutung zukommt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten deshalb zu ihrem Lernstand Feedback, insbesondere informelle Rückmeldungen während des ganzen Prozesses und individuelle Fördermassnahmen. Die Lernwege zum Ziel sollen offen und verschieden sein. Dazu wurden Regeln für lernförderliche Feedbacks erarbeitet. Diese sollen unter anderem unmittelbar im Anschluss an eine Lern- oder Leistungssituation erfolgen und differenziert sein, eine Orientierung für die Lernenden sein, um ihr Verhalten besser einstufen zu können, Vergleiche mit den Leistungen von Mitlernenden vermeiden, bei Misserfolg aufzeigen, wo sich Wiederholung oder Vertiefung lohnen würde sowie auch Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Transparenz Förderorientierung bedingt indes zwingend Transparenz von Lernzielen bzw. Kompetenzen. Den Schülerinnen und Schülern müssen Inhalt, Zeitpunkt und Form der Beurteilung bekannt sein. Seit Frühling 2013 werden deshalb vor der Prüfung die Lernziele bekanntgegeben und besprochen. Seit August 2014 sind zudem die Prüfungstermine online abrufbar über die Ägelsee-Website. Überraschungstests gehören nicht zur pädagogischen Ausrichtung am Ägelsee. Kohärenz Innerhalb der Sekundarschule Ägelsee wird eine kohärente Beurteilung angestrebt. Leistungsmessung und Notengebung werden einheitlich gehandhabt. Dazu zählen ein einheitlicher Umgang mit Klassencockpit, die Definition und Bewertungen von grossen und kleinen Tests, Anwendung gleicher Bedingungen und Bewertungen bei Prüfungen in gleichen Niveaus und Jahrgängen sowie die Beurteilung der Rechtschreibung in den einzelnen Fächern. Elterninformation Die von Schulleitung und Konvent in einem kooperativen Prozess festgelegten Abmachungen werden seit Februar 2015 angewendet. Getreu dem Qualitätsmerkmal „Transparenz“ sind die getroffenen Massnahmen auf der Website aufgeschaltet und die Eltern wurden informiert.